Taylor sheridan: der tv-mogul, der kritiker absichtlich ignoriert
Der Name Taylor Sheridan
ist in den letzten Jahren zum Synonym für Western-Boom im Fernsehen geworden. Mit Yellowstone und seinen Ablegern hat er ein Imperium aufgebaut, das Millionen Zuschauer fesselt. Doch was viele nicht wissen: Sheridan kümmert sich herzlich wenig um die Meinung der Kritiker – und das zeigt er auch offen.
Ein bewusstes agieren, um die zuschauer zu provozieren
In einem überraschenden Auftritt beim Bill Simmons Podcast enthüllte Sheridan, dass er sich nicht um Auszeichnungen oder positive Rezensionen schert. „Ihr werdet keine Emmys mit mir gewinnen, aber ich versuche auch nicht, Emmys zu gewinnen“, so der Drehbuchautor. Sein Fokus liege darauf, qualitativ hochwertige Shows zu liefern, für die er bezahlt wird – Geschichten, die „ganz normale Leute“ verstehen können. Sheridan scheint es sogar zu genießen, seine Kritiker zu provozieren, wie er zugab. Er spricht von „Rage-Baiting“ – dem absichtlichen Aufregen von Zuschauern, um sie später mit seiner Arbeit überraschen zu können.
Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Rolle von Demi Moore in Landman. Sheridan offenbarte, dass er sie in der ersten Staffel bewusst unterbeschäftigt habe, um den emotionalen Impact ihres späteren Aufstiegs zu verstärken. Er habe Moore von Anfang an als „Extra“ behandelt, um die Kritik an seiner angeblichen Unfähigkeit, für Frauen zu schreiben, zu provozieren. Erst der Tod ihres Mannes und die Übernahme der Ölgesellschaft in der zweiten Staffel katapultierten ihren Charakter in den Mittelpunkt der Handlung.
„Ich habe ihr gesagt: Du bist eine Attrappe in dieser Show für sieben Episoden“, erklärte Sheridan. „Die Kritiker werden mich zerrissen. Ich unterutilisiere das, ich kann nicht für Frauen schreiben, alles Mögliche. Dann werde ich deinen Mann töten und du musst die Ölgesellschaft leiten.“ Sheridan betonte, dass er Moore so einen Vorteil verschaffen wollte, da sie nicht nur die Meinung aller Charaktere in der Serie überwinden müsse, sondern auch die vorgefertigte Meinung des Publikums.
Sheridan ließ durchblicken, dass er bewusst Episoden verschickt habe, in denen die Kritiker die Chance gehabt hätten, seine Absichten zu erkennen, aber dies versäumt hätten. Sein Desinteresse an der Meinung der Presse ist offensichtlich und scheint ihm sogar Freude zu bereiten. „Die Kritiker und ich, ich kümmere mich nicht, was sie denken, und es nervt sie tierisch, dass ich das nicht tue.“
Die Strategie mag unorthodox sein, aber sie scheint zu funktionieren. Sheridan hat bewiesen, dass man auch ohne breite Anerkennung der Kritiker ein erfolgreiches TV-Imperium aufbauen kann – solange man seine Zuschauer versteht und ihnen liefert, was sie wollen. Die Zuschauerzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sheridan schreibt seine eigenen Regeln und scheint sich dabei blendend zu fühlen.