Nathan lane: vom comedian zum gefeierten star – mit und ohne hose!
Wer hätte gedacht, dass ein Mann, der sich auf der Bühne mal in einem Kochschürze und High Heels präsentiert, eines Tages Hollywood im Sturm erobert? Nathan Lane, der am 2. Februar seinen 40. Geburtstag feierte, ist endlich angekommen – und das mit einem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Selbstironie.
Die anfänge im dinner-theater und der broadway-durchbruch
Seine Karriere begann bescheiden, im Dinner-Theater und auf der kleineren Bühne. Doch der Durchbruch gelang ihm vor vier Jahren als Nathan Detroit in der gefeierten Broadway-Revival-Inszenierung von Guys and Dolls. Die Energie und der Charme, den Lane in diese Rolle steckte, waren unverkennbar. Und dann kam Love! Valour! Compassion!, Terrence McNallys Tony-prämierte Dramatik, in der Lane als HIV-positiver, schwuler Musical-Fan einen seiner prägendsten Auftritte überhaupt hinlegte. Ein Moment, der im Gedächtnis bleibt: sein Einzug auf die Bühne, nur bekleidet mit einer Kochschürze und hochhackigen Pumps.
Lane wiederholte diesen Moment kühn auch bei den Tony Awards im Fernsehen – und sang anschließend eine Medley von Broadway-Songs, die eigentlich von Frauen gesungen werden. „Terrence hatte ursprünglich vorgesehen, dass ich nackt auf die Bühne komme“, lacht Lane bei einem Abendessen im Theaterbezirk von Manhattan. „Aber ich sagte: ‘Vergiss das! Ich brauche etwas. Eine Schürze. High Heels. Irgendetwas.’ Und ich war natürlich nicht wirklich nackt darunter. Ein String – aber das bleibt unter uns.“

Ein comedian mit herz und humor
Lane ist ein Mann der Gegensätze: auf der Bühne ein präsenter und selbstbewusster Performer, abseits der Bühne eher zurückhaltend und etwas nervös. Dieser Kontrast spiegelt sich in seinem Humor wider, der blitzschnell und gleichzeitig selbstironisch ist. Als ihm jemand erzählt, dass Laurence Fishburne, ein Schauspieler, den er bewundert, gerne „Fish“ genannt werden möchte, antwortet Lane augenblicklich: „Ich möchte ‚Kalb‘ genannt werden.“ Und fügt hinzu: „Oder ‚Scheißkopf‘. Das klang auch irgendwie gut.“
Kritiker vergleichen ihn gerne mit Jackie Gleason und Zero Mostel – und das zu Recht, denn er besitzt die gleiche theatralische Virtuosität, die körperliche Präsenz, die elastischen Gesichtszüge und die beeindruckende Statur. Sein Gewicht schwankt angeblich um 30 bis 40 Kilo, je nach Rolle. „Ich bin im Herzen ein großer, fetter Mann“, gesteht er.

Vom bühnenstar zum leinwandhelden
„Als Comic-Handwerker kann er alles“, lobt Regisseur Jerry Zaks, der Lane in Guys and Dolls und in seiner Gleason-artigen Performance in Laughter on the 23rd Floor inszenierte. Aktuell brilliert er als Pseudolus in der New Yorker Revival-Inszenierung von A Funny Thing Happened on the Way to the Forum, einer Rolle, die einst von Zero Mostel verkörpert wurde. Zaks betont Lanes „Furchtlosigkeit, seine Bereitschaft, eine Situation voll auszukosten.“
Nun steht Lane mit The Birdcage vor seinem ersten großen Filmauftritt, einer Neuverfilmung der französischen Farce La Cage aux Folks. Unter der Regie von Mike Nichols und mit einem Drehbuch von Elaine May spielt Lane Albert, einen schrill und temperamentvollen, aber liebenswerten Female Impersonator, der Starina genannt wird. Neben Robin Williams, Gene Hackman und Dianne Wiest ist Lane in dem Film ein echter Hingucker.
Geboren als Joe Lane in Jersey City, änderte er seinen Namen, als er 22 Jahre alt war – einmal, weil es bereits einen Joe Lane in Actors’ Equity gab, und zum anderen, weil er den Charakter Nathan Detroit mochte, den er im Dinner-Theater verkörperte. Sein Vater, ein Trucker mit einem bezaubernden irischen Tenor, hätte vielleicht mit einem Hollywood-Agent unter Vertrag genommen werden können, wenn seine Mutter nicht dagegen gewesen wäre. Der Vater starb an Alkoholismus, als Nathan elf Jahre alt war. Die Familie Lane war, wie Nathan einmal sagte, „wie ein schlechter Eugene O’Neill-Stück.“
Seine Bühnenpremiere feierte er, als sein älterer Bruder Dan ihn in eine Studentenproduktion von Frank Gilroys Who’ll Save the Ploughboy? zwang. Doch erst seine Rolle als französischer Diener in der Schulaufführung von Around the World in Eighty Days machte ihn zum Theaterfan. „Als die sagten: ‚Die Inder greifen den Zug an!‘ – und ich habe das nicht im Probenalltag gemacht – bin ich hinter einen kleinen Koffer gerannt und habe mich versteckt. Ich war ein etwas pummeliger Junge, und es gab einen großen Lacher. Ich glaube, da hat es angefangen.“
Nach dem Abitur erhielt er ein Drama-Stipendium vom St. Joseph’s College in Philadelphia. Schon am ersten Tag stellte er fest, dass das Stipendium nicht für alle seine Kosten ausreichte. Statt einen weiteren Kredit aufzunehmen, ging er zurück nach Jersey City und arbeitete im Landratsamt. „Ich musste jeden interviewen, der in Jersey City verhaftet worden war.“ Nach zwei Monaten fand er einen Job im Halfpenny Playhouse in East Orange, New Jersey. Später arbeitete er im Dinner-Theater, als Stand-Up-Comedian und sogar als Singing Telegram.
Die Zukunft? Lane ist fest für Forum engagiert. Und Hollywood wird weiterhin die Aufmerksamkeit auf ihn richten. Es scheint, als hätte der Mann, der einst als der lustigste Mann am Broadway gefeiert wurde, endlich seinen Platz in der Welt gefunden – mit und ohne Hose.
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