Haarkultur revolutioniert die modebranche: eine bewegung für inklusion

Die Modewelt hat lange Zeit die Bedürfnisse von Menschen mit lockigem und krausem Haar ignoriert. Doch eine neue Bewegung, angeführt von der preisgekrönten Haarstylistin Naeemah LaFond, krempelt das etablierte System um und setzt auf mehr Vielfalt und Repräsentation. Eine Branche, die sich Jahrzehnte lang der Anerkennung von Texturen verweigert hat, steht nun vor einem Wendepunkt.

Die geburt von

Die geburt von 'texture on set': mehr als nur eine modenschau

LaFond, die selbst die Ungleichbehandlung innerhalb der Branche miterlebte, initiierte vor drei Jahren die 'Texture On Set'-Veranstaltung. Was als eine einfache Modenschau begann, hat sich zu einer zentralen Plattform für Bildung, Vernetzung und Empowerment entwickelt. Letzte Woche kamen über 300 Fachleute aus Editorial, Prominentenmanagement und Branchenführung zusammen, um gemeinsam die Zukunft der Haarkultur zu gestalten. Unterstützt von renommierten Marken wie Olaplex, Oribe, Pattern Beauty und Dyson, wurde ein Tag geschaffen, der weit über reine Styling-Demonstrationen hinausgeht.

Das Ziel ist klar: Eine inklusive Mode- und Schönheitsindustrie, in der die Bedürfnisse aller Haartexturen gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Veranstaltung bot eine einzigartige Gelegenheit für Fachleute unterschiedlicher Generationen und Spezialisierungen, Wissen auszutauschen und die Pionierarbeit derjenigen zu würdigen, die den Weg für eine gerechtere Arbeitsumgebung ebneten. Eine besondere Bereicherung war der Auftritt von Jean Paul Dia und Christin Brown, die eindrücklich demonstrierten, wie wichtig es ist, die Individualität und die Haarbedürfnisse jedes Models zu respektieren.

Stacey Ciceron, ebenfalls eine renommierte Haarstylistin, zeigte, wie flexibel und anpassungsfähig Styling-Techniken sein müssen, um unterschiedlichen Haarzuständen gerecht zu werden. Ein Beispiel: Die gleiche, elegante Pferdeschwanz-Frisur wurde sowohl an glattem als auch an lockigem Haar kreiert, um die Notwendigkeit einer individuellen Herangehensweise zu verdeutlichen. Der historische Kontext darf dabei nicht fehlen. Michela Wariebi präsentierte eine faszinierende Chronik der schwarzen Haarkultur vom 16. Jahrhundert bis heute und verdeutlichte, dass Haare für Schwarze Menschen stets mehr als nur ein ästhetisches Merkmal waren – sie waren ein Mittel zur Unterdrückung, aber auch zur Revolution und zum Widerstand.

Chuck Amos, eine Legende der Haarbranche, teilte seine kreative Vision, die einige der ikonischsten Looks der Musikgeschichte geprägt hat, darunter das Cover-Motiv von Beyoncés Album 'Dangerously In Love'. Die Veranstaltung kulminierte in den 'Texture On Set'-Awards, die herausragende Persönlichkeiten und Unternehmen würdigten, die sich für die Schaffung einer inklusiven Branche eingesetzt haben. Sondrea Demry, Ursula Stephens und Itaysha Jordan wurden für ihre Leistungen gefeiert.

LaFond betont, dass 'Texture On Set' nur der Anfang ist. Ihre Hoffnung ist, dass die Veranstaltung eine Welle der Veränderung auslöst und zu einem nachhaltigen Wandel in der Branche führt. Die langfristige Aufgabe besteht darin, blinde Flecken zu erkennen, die Ausbildung von Künstlern und Talenten zu verbessern und sicherzustellen, dass alle Beteiligten mit dem nötigen Wissen und der entsprechenden Vorbereitung in Set und Vorstand sitzen. „Es geht nicht darum, dass eine einzelne Marke oder Person ihre Stimme erhebt, sondern darum, dass wir alle gemeinsam sagen: ‚Das muss sich ändern.'“