Politische schachzüge und goldene statuen: ein blick in die usa
Die amerikanische Politik präsentiert sich diesen Tagen in einem schillernden, manchmal grotesken Licht. Während die einen ihre Kandidaten ziehen, die anderen bauen goldene Statuen – und Oklahoma scheint sich bereits auf eine Zukunft aus Sand einzulassen. Ein wöchentlicher Trip durch die Laboratorien der Demokratie, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.
Der abgang in minnesota: ein schlechtes omen?
In Minnesota hat ein Republikaner nach dem anderen das Feld geräumt, bevor die Wahl überhaupt begonnen hat. David Hann, ehemaliger Vorsitzender der Republikanischen Partei und Minderheitsführer im Senat, hat seine Kandidatur überraschend beendet. Das Schweigen, das über die Gründe gelegt wurde, lässt mehr als Raum für Spekulationen. Ein Politiker zieht sich zurück, bevor der Ernstfall eintritt – das ist meist ein Zeichen dafür, dass er einen deutlichen Verlust erwartet. Erinnern wir uns an Rudy Giuliani im Jahr 2000, der sich demonstrativ aus dem Rennen zurückzog, als ihm klar wurde, dass er gegen Hillary Clinton keine Chance hatte. Ein bitterer Geschmack, der sich bis heute nicht verflüchtigt hat.

Montana: ein smokejumper gegen die politik?
Montana bietet einen ungewöhnlichen Anblick: Sam Forstag, ein ehemaliger Smokejumper und Gewerkschaftsorganisator, kandidiert im demokratischen Vorwahlkampf. Seine Wurzeln in der Arbeiterklasse und die Unterstützung von Bernie Sanders machen ihn zu einem interessanten Phänomen. Doch die anderen Kandidaten scheinen ihm das Wasser abzukochen, mit Angriffen, die auf seine Gewerkschaftsaffinität und vermeintliche Abhängigkeit von “dunklem Geld” abzielen. Der Mann, der in brennenden Wäldern gekämpft hat, muss sich nun in den hitzigen Gefilden der Politik behaupten. Ein Kampf, der an Graham Platner, den Body-Art-Experten, erinnert, der kürzlich Gouverneurin Janet Mills aus dem Rennen warf. Allerdings ist der Sprung aus einem Flugzeug in einen Waldbrand wohl doch etwas gefährlicher als die Aquakultur.

Louisiana: die folgen des umgestürzten voting rights act
Die Entscheidung des Supreme Court hat in Louisiana bereits erste Konsequenzen. Gouverneur Jeff Landry plant, die Wahl vom 16. Mai auszusetzen und eine Neuwahl anzusetzen, nachdem der Kongresswahlbezirk neu gezeichnet werden musste. Das bedeutet, dass bereits abgegebene Stimmen ungültig werden könnten. Ein Vorgeschmack auf das, was in den anderen Südstaaten folgen wird. Mississippi und Alabama drängen ebenfalls auf eine Neugestaltung ihrer Wahlbezirke – ein klares Zeichen dafür, dass die Staaten die Entscheidung des Supreme Court prompt für ihre eigenen Zwecke nutzen. Die Erinnerung an John Roberts' “Day of Jubilee” ist noch frisch, und die alten Schemata kehren zurück.
Florida: trump, gold und kryptowährungen
In Florida wird Politik zur grotesken Farce. Das PGA Tour-Turnier findet dieses Wochenende im Trump National Doral statt, wo eine goldene Statue des ehemaligen Präsidenten thront. Rickie Fowler, einer der Top-Golfer, scheint bereits vor dem Start nervös zu sein. Die Statue, finanziert von einer Kryptowährungs-Gruppe, zeigt Trump mit erhobener Faust – eine bizarre Darstellung, die an einen schlechten Film erinnert. Wenigstens hat der turkmenische Diktator Gurbanguly Berdymukhamedov die Mühe gemacht, eine Statue seines Nationalhunds zu errichten. Ein bisschen Anstand muss sein, nicht wahr?
Oklahoma: klimawandel? kein problem!
Und schließlich Oklahoma, wo die Gesetzgeber mit dem Energy Security and Independence Act versuchen, sich vor möglichen Klagen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu schützen. “Es gibt keinen nachweisbaren Schaden”, so der Gesetzesentwurf. Eine Aussage, die angesichts der zunehmenden Dürre und der extremen Wetterereignisse in Oklahoma schlichtweg absurd ist. Der Mann, der sich auf Sand einlässt, sollte wissen, dass er bald darin versinken wird.