Iowa: krebsrate steigt – agrarindustrie als ursache?
Die idyllische Landschaft Iowas birgt eine düstere Wahrheit: Die Krebsrate im Bundesstaat schnellt in alarmierenden Höhen. Während die Nation bangt, zeigt eine Untersuchung, dass die intensive Landwirtschaft, insbesondere der massive Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, eine entscheidende Rolle spielen könnte. Eine erschreckende Entwicklung, die die politische Landschaft Iowas spaltet und die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet.
Die verschmutzung des wassers: ein stiller killer
Politico enthüllte kürzlich in einem tiefgehenden Artikel, wie Iowas Agrarindustrie Flüsse, Bäche und Seen in verzerrte chemische Brühen verwandelt. Die Folge: Ein deutlicher Anstieg der Krebsrate, die nun den nationalen Durchschnitt um ein Vielfaches übersteigt und Iowa auf den zweiten Platz der Bundesstaaten mit der höchsten Krebsinzidenz katapultiert hat. Besonders besorgniserregend sind die steigenden Werte von Nitraten im Wasser, die mit einer Zunahme von Nier-, Hirn- und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht werden.
Nitrate, ein Hauptbestandteil in den gigantischen Mengen an Pestiziden und Düngemitteln, die auf Iowas Feldern eingesetzt werden, sickern ins Grundwasser und vergiften die Trinkwasserversorgung. Hinzu kommt Glyphosat, der Wirkstoff in Roundup, dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichter. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stufte Glyphosat bereits 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein – eine Bewertung, die von der US-Umweltbehörde jedoch abgelehnt wurde.
Die bizarre Allianz von Trump und Bayer hat die Situation weiter verschärft. Die Trump-Regierung hat Roundup vehement verteidigt und sogar als „entscheidend für die nationale Sicherheit“ eingestuft, was zu einer tiefen Spaltung innerhalb der Partei geführt hat. Die Unterstützung für Bayer, den Hersteller von Roundup, ist immens: Die Regierung hat sich nicht nur in Gerichtsverfahren für das Unternehmen eingesetzt, sondern auch die Produktion des umstrittenen Herbizids gefördert. Ein Verhalten, das viele als eklatanten Interessenkonflikt betrachten.
Chris Jones, der demokratische Kandidat für das Amt des Landwirtschaftssekretärs, bietet einen deutlichen Kontrast zu dieser Politik. Auf einem seiner Besuche zeigte er ein Feld, das im Gegensatz zu den kilometerlangen Mais- und Sojafeldern Iowas wie ein „etwas chaotischer“ Gemüsegarten wirkt. Jones betont, dass der Versuch, die Natur zu kontrollieren, zu einer Vergiftung des gesamten Wassers und einer Zerstörung Iowas geführt hat.
“Krebs kennt keine Parteizugehörigkeit“, mahnt Jones. “Republikaner mögen giftiges Wassernicht mehr als Demokraten.” Ein Appell, der die dringende Notwendigkeit einer Kurskorrektur unterstreicht.

Der gegner: ein mann von monsanto
Jones' Herausforderer, der amtierende Landwirtschaftssekretär Mike Naig, steht in der Kritik, da er einst als Manager für staatliche und lokale Angelegenheiten bei Monsanto, dem Hersteller von Roundup, tätig war. Naig versucht, die Situation mit einem optimistischen Ton zu beschwichtigen und betont die freiwilligen Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltbelastung. Diese Behauptungen entbehren jedoch jeglicher Grundlage, wie Daten aus den Gewässern des Bundesstaates belegen.
Die Frage ist, ob die Bürger Iowas nun endlich ihr eigenes Interesse über parteipolitische Zugehörigkeiten stellen und einen Wandel herbeiführen werden. Die Geschichte zeigt, dass in der Vergangenheit politische Prioritäten oft an anderen Stellen lagen – wie beispielsweise bei der Ablehnung von Tarifen, die Iowas Sojabauern in den Ruin trieben, während gleichzeitig Abtreibungsthemen in den Vordergrund rückten. Vielleicht wird Roundup der Auslöser für eine grundlegende Veränderung sein.
Die Wahrheit ist unbestreitbar: Die Gesundheit der Iowaner steht auf dem Spiel. Es ist an der Zeit, dass die Politik endlich auf die wissenschaftlichen Fakten hört und die Umwelt schützt – bevor es zu spät ist. Die Frage ist nicht, ob wir es können, sondern ob wir es wollen.