Paris Men's Hitzewelle: Modedesigner bereiten sich auf Couture-Woche mit Hightech-Kühlung vor

Die Modebranche atmet auf – zumindest teilweise. Nach der sengenden Hitze bei den Paris Men’s Shows überprüfen die Redaktionen fieberhaft die Wettervorhersagen für die kommende Woche, die Couture-Woche. Dieses Mal scheinen die Designer besser gerüstet zu sein, mit Hightech-Kühlung und passender Kleidung, um den Temperaturen von über 38 Grad Celsius standzuhalten.

Erweiterte Show-Lineups und neue Gesichter

Die Fall/Winter 2026 Haute Couture Woche, die vom 6. bis 9. Juli stattfindet, verspricht mit 30 Shows eine größere Vielfalt als die 27 Shows der vorherigen Saison. Besonders gespannt sind Beobachter auf die ersten Couture-Shows von Pierpaolo Piccioli bei Balenciaga (8. Juli), Duran Lantink bei Jean Paul Gaultier (8. Juli) und Maria Grazia Chiuri bei Fendi (9. Juli in Rom). Ebenso im Fokus stehen die zweiten Couture-Shows von Jonathan Anderson bei Dior (6. Juli), Matthieu Blazy bei Chanel (7. Juli) und Silvana Armani bei Giorgio Armani Privé (7. Juli).

Ein besonderes Highlight vor Beginn der eigentlichen Couture-Woche war Olivier Theyskens’ Debüt für Boloria, eine Marke, die im vergangenen Jahr zusammen mit Weareone.world, dem Unternehmen hinter dem Tomorrowland Festival, ins Leben gerufen wurde. Theyskens, der zuvor bei Rochas, Nina Ricci und Theory tätig war, präsentierte eine geschlechtsneutrale Ready-to-Wear-Kollektion.

Auch internationale Talente sind vertreten. Der indische Couturier Manish Malhotra, der Karan Johar bereits beim diesjährigen Met Gala einkleidete, zeigt in Paris. Sein Label gehört teilweise Reliance Brands Limited, die auch mit Rahul Mishra im Ready-to-Wear-Bereich zusammenarbeitet. Standing Ground, die Marke des irischen Designers Michael Stewart, der 2024 den LVMH Savoir-Faire Preis gewann, ist ebenfalls als Gast dabei.

Bekannte Namen und überraschende Abwesenheiten

Bekannte Namen und überraschende Abwesenheiten

Neben den neuen Gesichtern kehren bewährte Favoriten zurück, darunter Iris van Herpen, die jedes Jahr im Juli eine Couture-Show präsentiert. Die übliche Riege an etablierten Häusern wie Schiaparelli, Julie de Libran, Elie Saab, Alexis Mabille und Viktor&Rolf wird ebenfalls vertreten sein. Letztes Jahr präsentierte Alexis Mabille eine virtuelle Runway-Show in Zusammenarbeit mit KI-Spezialisten von Gloria Pictures – ein Trend, der sich fortsetzen könnte, obwohl die diesjährige Show einen Fokus auf Handwerkskunst und Intimität setzen soll.

Valentino fehlt dieses Jahr auf dem Kalender, nachdem Alessandro Michele beschlossen hat, Couture-Shows nur noch im Januar zu präsentieren. Auch Gaurav Gupta, Julien Fournié, Miss Sohee und Phan Huy werden nicht dabei sein. Maison Margiela hat ebenfalls abgesagt, nachdem Glenn Martens im Juli 2025 seine erste Show für das Haus präsentiert hat.

Weitere Highlights abseits der Laufstege

Weitere Highlights abseits der Laufstege

Peet Dullaert, der im Juni den ersten Preis der New Crafts Awards gewann, die von Accor und der FHCM ins Leben gerufen wurden, wird am Donnerstag um 11:30 Uhr zeigen. Adeline André schließt den offiziellen Kalender am Donnerstag um 16:00 Uhr. Viele Gäste werden anschließend nach Rom zum Fendi-Show in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea reisen.

Theaterproduzent Jordan Roth lobt insbesondere Iris van Herpen und Robert Wun für ihre kreative Vision. Auch die neuesten Kreationen von Daniel Roseberry bei Schiaparelli werden mit Spannung erwartet. Roger Vivier präsentiert seine Pièce Unique FW26 Kollektion „L’Atelier des Papillons“ am Dienstag, während Pierre Hardy am Mittwoch seine SS27 Kollektion vorstellt. Im Bereich High Jewelry dürfen Dior, Hermès, Boucheron, Chanel, Chaumet, De Beers und Messika nicht fehlen. Cartier wird am Mittwoch und Donnerstag eine Vorschau auf seine neuen Schmuckstücke zeigen. Pandora führt zudem eine neue kreative Plattform in Zusammenarbeit mit Stylist Harry Lambert ein. Die Ausstellung „Azzedine Alaïa und Afrika“ eröffnet am Dienstag in der Fondation Azzedine Alaïa.

Ein besonderes Ereignis ist die Auktion von Martin Margielas persönlichem Archiv in Paris am Donnerstag. Rund 200 Los, darunter Margielas weiße Bluse und Tabi Boots aus dem Jahr 1991, werden versteigert. Ein Teil des Erlöses geht an eine Organisation zur AIDS-Forschung. Die Ausstellung, die bis Mittwoch geöffnet ist, wurde unter der künstlerischen Leitung von Martin Margiela inszeniert.

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