M.I.A. entwirft Schutz vor Überwachung: Tinfoil-Hüte und Hightech-Mode für den digitalen Zeitalter
Die Angst vor allgegenwärtiger Überwachung ist weit verbreitet – und nun auch modisch verkörperbar. Die Musikerin M.I.A. hat 2025 die Marke Ohmni ins Leben gerufen, die Kleidung anbietet, die angeblich elektromagnetische Frequenzen blockiert und so die Privatsphäre schützen soll. Ein Testbericht wirft einen skeptischen, aber dennoch interessierten Blick auf die ungewöhnliche Kollektion.
Die wachsende Besorgnis um digitale Privatsphäre
Es ist ein bekanntes Dilemma: Wir beklagen die zunehmende Überwachung durch Technologie, bleiben aber gleichzeitig unseren Smartphones und digitalen Dienstleistungen treu. Ring-Kameras, Datenhandel und Gesichtserkennung sind längst fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Die Sorge vor einem baldigen Big-Tech-gesteuerten Überwachungsstaat ist real, wird aber oft durch die Bequemlichkeit und den Nutzen digitaler Technologien relativiert. Ein Datenbereinigungsdienst hilft, persönliche Informationen offline zu halten, doch die Abhängigkeit von Geräten wie dem iPhone bleibt bestehen – ebenso wie die Bereitschaft, Daten im Austausch für kleine Vergünstigungen preiszugeben, wie beispielsweise einen Rabatt auf Hundefutter.

Ohmni: Mode als Bollwerk gegen Überwachung?
Die Marke Ohmni, gegründet von M.I.A., versucht, dieser Paradoxie entgegenzuwirken. Mit einer Kollektion, die Tinfoil-Hüte und Balaclavas im Stil von Gruppen wie der Irischen Republikanischen Armee umfasst, setzt Ohmni auf eine provokante Ästhetik. Die Kleidung soll nicht nur Schutz vor elektromagnetischen Frequenzen bieten, sondern auch ein Statement gegen die Überwachung setzen. Der Testbericht konzentriert sich auf das „Tin Foil Hat in Black“, den „C U Invisible Trench“ und die „Liquid Gold Waist Bag“.

Ein modischer Schutzwall oder nur ein teures Accessoire?
Das Ergebnis des Tests ist ambivalent. Einerseits wirkte der Träger der Kombination aus Hut, Trenchcoat und Tasche auf der Straße auffällig und zog Blicke auf sich – weniger unsichtbar, als man es sich vielleicht erhofft hätte. Eine Passantin lobte den Trenchcoat, während andere neugierig auf die ungewöhnliche Kleidung reagierten. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Kleidung tatsächlich vor Überwachung schützt, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Einwanderer oder Aktivisten. Die Antwort darauf ist wahrscheinlich ein resigniertes „LOL, nein“. Denn der Trenchcoat allein kostet bereits über 200 Euro – ein Preis, für den man sein Smartphone besser mit einem Hammer zerschmettert, als teure, womöglich wirkungslose Mode zu kaufen.
Dennoch: Die Marke Ohmni regt dazu an, über die eigene Verwundbarkeit gegenüber Big Tech nachzudenken. Auch wenn die Produkte vielleicht nur ein modisches Accessoire sind, so erinnern sie doch daran, dass der Schutz der Privatsphäre eine bewusste Anstrengung erfordert. Die Verbindung von Überwachungsaktivismus und kommerziellen Interessen mag fragwürdig sein, doch die Sensibilisierung für das Thema ist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.