LVMH veräußert Patou an Nirvana Investments – Rückkehr zum Ursprung?
Ein überraschender Wechsel in der Welt der Luxusmode: LVMH hat das traditionsreiche französische Modehaus Patou an Nirvana Investments LLC-FZ zurückgegeben, ein Beteiligungsunternehmen mit Sitz in Dubai, dessen Eigentümer der Unternehmer und Gründer von Designer Parfums, Dilesh Mehta, ist. Die Nachricht, die am Freitag bekannt wurde, markiert das Ende einer mehrjährigen Zusammenarbeit und wirft Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung der Marke auf.

Die Geschichte einer Wiederbelebung
LVMH hatte 2018 eine Mehrheitsbeteiligung an Patou erworben, wobei Mehta weiterhin einen Anteil von 30 Prozent hielt. Ziel war die Wiederbelebung des 1914 von Jean Patou gegründeten Hauses, das seit den 1990er Jahren hauptsächlich auf Düfte konzentriert war. Unter der Leitung von Guillaume Henry, der von Sidney Toledano ausgewählt wurde, gelang es, Patou als Modeunternehmen neu zu etablieren und frischen Wind in die traditionsreiche Marke zu bringen.
Mehta äußerte sich positiv über die vergangene Zusammenarbeit: „Es war ein Privileg, Patou gemeinsam mit LVMH von Grund auf neu aufzubauen. Wir haben dazu beigetragen, ein bemerkenswertes französisches Modehaus mit einer starken kreativen Identität und einer soliden globalen Basis wiederzubeleben. Wir sind unglaublich dankbar für die Unterstützung von LVMH.“
Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung betraf auch die Rechte an dem berühmten Patou-Duft „Joy“, die LVMH nun an Dior abtreten wird. Nach dem Ausscheiden von Sophie Brocart als CEO im November 2024 und dem Abschied von Guillaume Henry im Februar 2026 stand Patou vor einer strategischen Neuausrichtung.
Die Veräußerung von Patou reiht sich in eine Reihe von ähnlichen Transaktionen ein, darunter der Verkauf von Marc Jacobs an WHP Global. Die Zukunft von Patou bleibt ungewiss, doch Mehta versichert, dass er die Marke mit dem gleichen langfristigen Blickwinkel weiterentwickeln werde, der dem Erbe und den Ambitionen des Hauses gerecht wird. Ob diese Rückkehr zum Ursprung die notwendige Stabilität für Patou bringen wird, bleibt abzuwarten.