Ethel cain überrascht coachella: dior-overalls und düstere couture

Ethel Cain, die enigmatische Singer-Songwriterin, sorgte bei Coachella für Aufsehen – und nicht nur wegen ihrer Musik. Ihre Wahl der Garderobe für das erste Wochenende des Festivals ließ Fans staunen und die Modebranche aufhorchen.

Von rustikalem denim zur opulenten robe

Von rustikalem denim zur opulenten robe

Während Cain auf der Bühne in zerrissenen, perlenbesetzten Overalls auftrat, dauerte es nicht lange, bis die scharfen Augen der Festivalbesucher die Herkunft der Kreation erkannten: Maßgeschneiderte Dior-Overalls, entworfen von Jonathan Anderson, dem kreativen Kopf des Modehauses. Ein unerwarteter Twist, bedenkt man, dass Cain sich musikalisch und stilistisch oft an viktorianische Ästhetik anlehnt. Die Overalls spiegeln jedoch auch die rohe Energie ihres neuesten Albums „Willoughby Tucker, I Will Always Love You“ wider.

„Die Overalls sind einfach Ethel und Willoughby, ohne viel Schnickschnack, außer den wunderschönen perlenbesetzten Streifen“, erklärte Cain in einem Interview mit Vogue. Doch für das zweite Coachella-Wochenende wählte sie einen radikal anderen Ansatz. Weg vom lässigen Denim, hin zu einem Ausdruck ihrer düsteren, geisterhaften Persona.

Ein doppelter Charakter, so Cain, bewohnt sie auf der Bühne und im Leben: „Die eine ist die verhaulte Frau im Haus auf dem Hügel, die die Kinder erschreckt. Die andere ist die Tomboy, die mit den Jungs herumtobt und kaum bei ihren Schuhen bleibt.“ Dior schaffte es, diese beiden Seiten in einem atemberaubenden Ensemble zu vereinen: einem schwarzen Mock-Neck-Kleid mit geraffter Taille und fließenden Ärmeln, verziert mit organzaartigen Blütenblättern.

Anderson selbst beschreibt die Zusammenarbeit als einen „Dialog zwischen ihren Codes, ihrer Erzählung und denen des Hauses“, der zu etwas „rauem – fast ein Dior-Take auf Grunge – in Harmonie mit der Musik“ führte, während Cains Stimme im Mittelpunkt stand. Das Kleid, so Cain, fühlte sich an wie ein „integral Bestandteil ihrer ursprünglichen, quintessential Ethel Cain-Bestattungsbekleidung“, weniger Erzählung, mehr „abstraktes Konzept“.

Als krönenden Abschluss wählte Cain einen schwarzen Cyclamen-Kopfschmuck, eine Hommage an Andersons Debüt-Couture-Kollektion. „Mein Lieblingsdetail sind die schwarzen Seiden-Cyclamenblüten auf dem Kopfschmuck“, gestand sie. „Ich war so begeistert, eine schwarze Version sehen zu können, die speziell zu meinem Kleid angefertigt wurde.“

Obwohl Cain zugibt, nicht oft in die Modewelt einzutauchen, fand sie in Anderson einen Seelenverwandten. „Jonathan und ich trafen uns so, wie ich all meine liebsten Menschen treffe – durch die Liebe zu unserem Handwerk“, so Cain. „Er verstand sofort die beiden Seiten der Ethel Cain-Münze.“