Charli xcx: von aperol spritz zu erdbeer-erotik – ein visueller wandel!

Charli XCX hat mit ihrer neuesten Single „Wink Wink“ und dem dazugehörigen Musikvideo einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Nach dem sommerlichen Vibe von „SS26“ präsentiert die Künstlerin eine düstere, intime Vision, die Fans und Kritiker gleichermaßen in ihren Bann zieht.

Ein bruch mit der „bad girl“-image

Der Clip, inszeniert vom langjährigen Kollaborateur Aidan Zamiri, markiert einen deutlichen Bruch mit dem bisherigen Image von Charli XCX. Während der Sommer zuvor von Aperol Spritz, Zigaretten und nächtlichen Rave-Partys geprägt war, versinkt die Künstlerin nun in einer surrealen Welt aus Erdbeeren und Sahne, selbstgenussvoller Sinnlichkeit und ländlicher Idylle. In einem überraschend ehrlichen Moment singt sie: „Here’s the truth and I gotta be honest, I’m not a bad girl anymore, I promise.“

Die visuellen Elemente untermauern diesen Wandel auf eindrucksvolle Weise. Charli XCX führt alltägliche Hausarbeiten aus, die sich allmählich in sinnliche und zunehmend provokative Szenen verwandeln. Ein flüchtiger Blick auf ihren Kindle, auf dem sie explizite Inhalte liest, unterstreicht die Selbstbestimmung und das spielerische Ausloten der eigenen Sexualität.

Mode als spiegelbild der transformation

Mode als spiegelbild der transformation

Auch die Mode, kreiert von Charli XCXs langjährigem Stylisten Chris Horan, folgt dieser neuen Ästhetik. Der Look ist eine Mischung aus erotischer Anziehungskraft, pastoraler Unschuld und ironischem Augenzwinkern. Ein Verweis auf die französische Marke A.P.C. – ein beliebter Anlaufpunkt für den typischen East-London-Look – wird ironisch konterkariert: „My friend Rostam told me I dressed like a slut, so now I shop at A.P.C.“

Besonders auffällig ist ein maßgefertigtes turquoise-farbenes Leder-Racer-Outfit von Chrome Hearts, das Charli XCX in einer schlammigen Landschaft trägt. Das Jacket besticht durch einen silbernen Kreuzball-Verschluss, gerippte Bündchen und tonale Kreuz-Applikationen. Die dazu passenden Hosen sind boot-cut mit einem charakteristischen Chrome Hearts-Knie-Design. Ein ähnliches Set in Schwarz trug sie bereits für ihr „Rock Music“-Video.

Neben Chrome Hearts spielen auch Stücke der Londoner, aus der Ukraine stammenden Designerin Natasha Zinko eine wichtige Rolle. Ihre Collection Drop1 2027 inspirierte Horan zu zahlreichen Auswahlmöglichkeiten. Ein geruchtes Blouse und Hotpants-Set von Zinko, ein Markenzeichen von Charli XCX, ist ebenso zu sehen wie ein locker sitzendes Rosenmuster-Kleidchen, das sie beim Putzen eines Gewächshauses trägt. Ein weißes Korsettbluse mit voluminösen Ärmeln, kombiniert mit einem pinken BH und schwarzen Hotpants, lässt sie auf einer Drehtellerride durch die Szenerie gleiten.

Das Video ist gespickt mit Referenzen auf frühere Epochen von Charli XCXs Karriere. Unter anderem hängen Kleidungsstücke aus ihren „Pop 2“- und „party 4 u“-Zeiten auf der Wäscheleine, zusammen mit Merchandise-Artikeln der „Brat“-Ära. Eine besonders gelungene Meta-Szene zeigt Charli, wie sie ihre Wäsche aufhängt, darunter ein rosa BH von Fleur de Mal und ein transparenter, niedrig geschnittener Punktdot-Rock.

Die Entscheidung von Charli XCX für diese neue visuelle Richtung, weg vom provokativen Image hin zu einer selbstbewussten und intimen Darstellung, ist ein mutiger Schritt. Sie demonstriert, dass sie sich nicht auf eine einzige Rolle festlegen lässt und bereit ist, neue Wege zu gehen. Die Kombination aus erotischer Kraft, skurrilem Humor und modischer Raffinesse macht „Wink Wink“ zu einem unvergesslichen Erlebnis.