Kallmeyer-kreationen auf der bühne: ein tanz zwischen mode und kunst

Ein unerwarteter Kreis schloss sich, als die junge Daniella Kallmeyer vor Jahren an einem Sommer-Tanzintensiv an der renommierten Martha Graham School in New York teilnahm. Was damals noch unbekannt war: Jahre später sollten ihre Kleidungsdesigns die gleiche Bühne schmücken und die Darsteller der Martha Graham Dance Company in ihrer Kunst unterstützen.

Ein fest für die sinne: das 100-jährige jubiläum

Ein fest für die sinne: das 100-jährige jubiläum

Bei der Gala zum 100. Jahrestag der Martha Graham Dance Company erstrahlten die Tänzer Xin Ying und Lloyd Knight in zwei maßgefertigten Kreationen von Daniella Kallmeyer. Diese wurden eigens für eine besondere Ausarbeitung von „O Thou Desire Who Art About to Sing“ kreiert, die im New Yorker Public Library präsentiert wurde. Der Moment war ein wahrer Volltreffer, denn Kallmeyer hatte bereits vor dem Projekt die Martha Graham School im Blick gehabt.

Yings fließendes, burgunderrotes Kleid ist eine spannende Weiterentwicklung des „Roma“-Kleides aus ihrer Pre-Fall-Kollektion 2026. Das Original zeichnete sich durch einen integrierten Halt und einen dramatischen, einlagrigen Überwurf aus. Diese Elemente ließ Kallmeyer elegant in ein Spitzendesign überführen, ohne die Bewegung einzuschränken. „Der Witz an der Sache ist, dass ich die Pre-Fall-Kollektion eigentlich schon mit Martha Graham im Kopf entworfen habe“, erklärt Kallmeyer. „Sie war bekannt für ihre atemberaubenden Kleider mit viel Stoff und wie sie diese in ihre Choreografie integriert hat. Ich denke oft darüber nach, wie sich Körper in meiner Kleidung bewegen, und viele der Proportionen, die mich inspirieren, stammen aus dieser Welt.“

Auch Lloyds passendes, burgunderrotes Cummerbund bildet eine perfekte Balance zum luftigen Look von Ying. Kallmeyer betonte dabei dessen Figur: „Lloyd hat eine fantastische Figur und Silhouette, die ich hervorheben wollte.“ Die Wahl der Farbe und der hoch taillierten Silhouette sind unverkennbar von Graham inspiriert, die Rot, Weiß und Schwarz häufig in ihren Bühnenkostümen verwendete.

Für Kallmeyer war diese Gelegenheit, Designs für die Hauptvorstellung zu entwerfen, eine Art Krönung ihrer vielfältigen Interessen. Sie gesteht, seit ihrer frühesten Kindheit Theater und Tanz zu lieben. Die tiefgreifende Verbindung zwischen Kostüm und Tanz erlebte sie jedoch erst bei einer Aufführung von „Lamentation“, einem Werk von Martha Graham, sowie einem Ballett von Philip Glass, das sie im American Ballet Theatre sah. „Diese Kostüme habe ich nie vergessen“, erinnert sie sich.

n