Mode-ikone joan burstein: eine pionierin feiert 100. geburtstag – und geht

Die britische Mode hat eine Legende verloren. Joan Burstein, die mit ihrem legendären Browns-Department Store in den 70er Jahren das Gesicht des Einzelhandels veränderte, ist im Alter von 100 Jahren verstorben. Ein Abschied von einer Frau, die nicht nur Trends setzte, sondern ganze Karrieren maßgeblich prägte – und das bis zum Schluss.

Von galliano bis armani: browns als sprungbrett für weltstars

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Browns war mehr als nur ein Geschäft; es war eine Plattform für aufstrebende Talente und international etablierte Namen. Während ihrer Ära in der South Molton Street wurden Designer wie John Galliano, Paul Smith und Giorgio Armani zu globalen Phänomenen. Burstein besaß einen unfehlbaren Blick für Potenzial. Ein besonders berühmtes Beispiel ist der Kauf von Gallianos gesamter Abschlusskollektion von der Central Saint Martins im Jahr 1984 – eine Investition, die der jungen Modewelt nachhaltig in Erinnerung blieb.

Doch nicht nur Galliano profitierte von Mrs. B’s, wie sie liebevoll in der Branche genannt wurde, Vision. Auch Namen wie Hussein Chalayan und Alber Elbaz verdanken ihr einen wichtigen Auftrieb. Ihre Fähigkeit, neue und ungewöhnliche Talente zu entdecken und zu fördern, war legendär. 1997 eröffnete sie Browns Focus, eine weitere Plattform für aufstrebende Designer, auf der später Christopher Kane und Simone Rocha Fuß fassten.

Das Familienunternehmen im Herzen Die Bursteins, Joan und ihr verstorbener Ehemann Sidney, bauten Browns zu einem florierenden Familienbetrieb auf. Ihre Kinder, Simon Burstein und Caroline Hammond, übernahmen später die Leitung, wobei Simon als Managing Director und Caroline als Creative Director agierten. Diese Kontinuität bewahrte den einzigartigen Charakter des Hauses Browns, während es sich gleichzeitig an die digitale Ära anpasste – mit dem Start einer E-Commerce-Website im Jahr 2007.

Die Übernahme durch Farfetch im Jahr 2015 markierte einen Wendepunkt. Obwohl Browns seine ursprüngliche Adresse verließ und unter neuer Führung steht, bleibt das Erbe Joan Bursteins unvergessen. Die Aussage ihrer Kinder, dass sie “die DNA” von Browns kaufen, verdeutlicht die Wertschätzung für das, was Burstein aufgebaut hat. Die jüngsten finanziellen Schwierigkeiten von Farfetch und die anschließende Übernahme durch Coupang werfen allerdings Fragen über die Zukunft des einst so prägenden Hauses auf.

Trotz aller Veränderungen blieb Joan Burstein bis zuletzt eine Frau, die das Leben in vollen Zügen genoss. Nur wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag, den sie in Ibiza mit Tanz und fröhlicher Gesellschaft feierte, bewies sie, dass die Musik auch im hohen Alter noch nicht verstummt. Ein Vermächtnis, das die britische Mode für immer prägen wird.